Ablauf eines Wohnprojekts

Die gemeinsame Planung von der ersten Idee bis zum Einzug braucht Zeit. Für einen Geschosswohnungsbau benötigen Wohnprojekte, unabhängig von der gewählten Rechtsform, in der Regel 2,5 bis 3 Jahre (von der ersten Projektskizze bis zur Fertigstellung). Der Zeitplan ist davon abhängig, wie viele potentielle Interessent/innen durch das Projekt angesprochen werden und wie schnell alle Einheiten vergeben sind. Die reine Bauzeit beträgt in der Regel ein gutes Jahr, es ist jedoch projektspezifisch recht unterschiedlich (beispielsweise Witterung und örtliche Gegebenheiten).

Der Zeitaufwand den ein Wohnprojekt von den Mitgliedern fordert ist sehr unterschiedlich: Bei einer privaten Initiative können 14-tägige Sitzungen über eine Projektlaufzeit von drei Jahren notwendig sein. Gut strukturierte und entscheidungsfreudige Gemeinschaften realisieren ihr Projekt auch schon in rund 25 Sitzungen.

Bis zum Einzug in ihr Wunschobjekt durchlebt eine Gruppe verschiedene Phasen:

Orientierungsphase

In der Orientierungsphase wird die Grundlage für das spätere Zusammenwohnen und -leben gelegt.  Deshalb sollte sich die Gruppe gut mit den gemeinsamen Zielen auseinandersetzen und die Rahmbedingungen festlegen.

Neben den inhaltlichen Zielen und der Vorstellung zur Zusammensetzung der Gruppe (Alter, Haushaltsformen u.ä.) gehört dazu auch die Einigung auf eine Rechtsform.

Um sich auf ein Grundstück der LHM bewerben zu können ist es sinnvoll, dass die Gruppe am Ende der Orientierungsphase auch untereinander die erforderlichen Verträge abschließt. Diese unterscheiden sich nach Rechtsform, die für das Projekt gewählt wurde.  In der Orientierungsphase fallen meist keine Kosten an.

Grundstücksbewerbung

Die Stadt München weist in städtischen Entwicklungsgebieten Grundstücken speziell für Baugemeinschaften und -genossenschaften aus Die Grundstücke werden öffentlich ausgeschrieben. Interessierte Gruppen können sich um ein oder mehrere Grundstück bewerben. Für jedes Grundstück sind von der Stadt Vergabekriterien vorgegeben. Die Gruppen müssen sich daher mit Konzeptbausteinen bewerben, die  sich auf ökologische, soziale und kulturelle Kriterien beziehen. Eine Planung muss zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vorliegen.
Die mitbauzentrale münchen macht die Vergabekriterien transparent und erläutert sie anhand von Beispielen. Sie beantwortet Fragen rund um die Bewerbung und das Vergabeverfahren.

Planungsphase

In der Planungsphase wird es konkret. Nach erfolgreicher Grundstücksbewerbung  muss die Gruppe einen/eine Architekten/in beauftragen, Fachplaner/innen verpflichten und ein Finanzierungskonzept erstellen. Diese Phase dauert in der Regel circa ein Jahr.

In dieser Phase sollte ein Mitgliederwechsel bzw. Ausstieg noch einfach möglich sein, bis jedes Mitglied sicher ist, dass die Gruppe, das Objekt zu ihm passt und er sich diese auch leisten kann. Nach erfolgter Planung und Kostenkalkulation wird die Baugenehmigung eingereicht.
Nach Abschluss dieser Phase sollte jedes Mitglied wissen, wie die künftige Wohnung aussieht und was die Beteiligung kostet (Finanzierung, Anteile, Miete, etc..), denn am Ende dieser Phase wird das Grundstück gekauft.

Bauphase

In dieser Phase sollte ein Ausstieg aus der Gruppe nicht mehr so einfach möglich sein. In einer Baugemeinschaft wird zum Grundstückskauf deshalb meist ein Bau GbR Vertrag notariell beurkundet.
Je nach Witterung, Gebäudegröße und Konstruktion, sowie technischer Ausstattung dauert der Bau des Objekts unterschiedlich lange, in der Regel zwischen 15 und 18 Monaten. Die Gruppe regelt in dieser Phase den Übergang in die Wohnphase.

Wohnphase

Nun beginnt die längste Phase des Wohnprojekts, die Phase des Zusammenlebens. Die geplante Nachbarschaft wird gelebt.
In dieser Phase muss die Hausverwaltung und Hauspflege organisiert werden.