Freiham - Münchens neuer Stadtteil im Westen

Münchens neuer Stadtteil Freiham soll kompakt, grün und urban werden. Das Siedlungsgebiet umfasst eine Fläche von 350 Hektar und liegt am westlichen Stadtrand. Zukünftig werden hier etwa 20.000 Menschen leben und 7.500 Menschen arbeiten.

Planungsgebiet

Das Gebiet Freiham ist so groß wie 250 Fußballfelder und damit eines der letzten großen, zusammenhängenden Siedlungsflächen innerhalb der Münchner Stadtgrenzen. Der neue Stadtteil entsteht 12 Kilometer westlich des Münchner Stadtzentrums mit direkter Anbindung an die S4 (Aubing) und S8 (Freiham) sowie die Autobahn A99. Der Namensgeber des Stadtteils ist das nahegelegene Gut Freiham, ein beliebtes Ausflugsziel mit prächtigen Alleen, einer Schlosswirtschaft und einem Biergarten.

Im Norden des Areals entsteht ein urbanes Wohngebiet mit einem großzügigen Landschaftspark, einem Schulcampus und einem Sportpark. Hier sind 8.000 Wohnungen für rund 20.000 Menschen vorgesehen, die in zwei bis drei Bauabschnitten realisiert werden. Momentan ist die Landeshauptstadt München mit der Planung und Realisierung des ersten Bauabschnitts mit etwa 4.000 Wohnungen befasst. Im Süden des Areals entsteht derzeit ein Gewerbegebiet mit einem breiten Nutzungsspektrum – vom klassischen produzierenden Gewerbe bis zum Sektor der innovativen Branchen.

Im Schnittpunkt zwischen Wohn- und Gewerbestandort ist ein Stadtteilzentrum mit Einzelhandel, Gastronomie und Büroflächen geplant. Zur Versorgung und Belebnung der Wohngebiete ist ferner ein Quartierszentrum im nördlichen Teil vorgesehen, wo neben Einzelhandel und Gastronomie auch ein Pflegezentrum und ein kulturelles Bürgerzentrum angesiedelt werden. Im Weiteren sollen 12 Kindertagesstätten sowie eine Kinder- und Familienzentrum mit Veranstaltungsräumen und Werkstätten entstehen.

Das Wohnquartier Freiham Nord ist auch ein Modellvorhaben zur Entwicklung eines inklusiven und demographiefesten Stadtteils. Daher soll bei der Gestaltung der physischen und sozialen Umwelt auf die Teilhabe aller Menschen geachtet werden.

Geplante Nutzung Freiham Nord

Im ersten Bauabschnitt sind folgende Nutzungen geplant:

  • 4.000 Wohneinheiten für ca. 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner, davon 
    • 50% geförderte Wohnungen (EOF und München-Modell)
    • 20% im Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB)
    • 25% im genossenschaftlichen Wohnungsbau (KMB, EOF und München-Modell)
    • 17,5% als Eigentumswohnungen in Baugemeinschaften (z.T. München-Modell)
  • Bildungscampus mit Sportpark
  • zwei Grundschulstandorte
  • eine Jugendfreizeiteinrichtung
  • ein Kinder- und Familienzentrum
  • ein religiöses Bildungszentrum 
  • ein Pflegezentrum mit einem vollstationären Teilangebot mit ca. 120 Plätzen 
  • mehrere Kindertageseinrichtungen
  • ein kulturelles Bürgerzentrum
  • eine Außenstelle der Münchner Volkshochschule 
  • eine Stadtteilbibliothek
  • Verkaufsflächen in einem Stadtteilzentrum mit 20.000m2 Verkaufsfläche und einem Quartierszentrum zur Nahversorgung

Planungsstand erster Bauabschnitt Freiham Nord

Stand: 10.03.2016

Bereits seit den 1960er Jahren beschäftig sich die Stadt München mit der Erschließung der Flächen in Freiham. Die Ideen für einen Wohnstandort in Freiham wurden parallel zur Planung des Gewerbestandorts Freiham Süd ab dem Jahr 2004 wieder aufgegriffen. Seit 2007 wird die Umsetzung der Planung vorangetrieben. Im Sommer 2011 wurde für den neuen Stadtteil ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb unter dem Motto „Stadt-Weiterbauen“ durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurde im Dezember 2013 eine Rahmenplanung für den ersten Bauabschnitt Freiham Nord beschlossen. Das Baurecht für 4.000 Wohnungen im ersten Bauabschnitt wurde mit einem Satzungsbeschluss im Oktober 2015 geschaffen.

Laut Satzungsbeschluss werden von den knapp 4.000 Wohnungen im ersten Realisierungsabschnitt rund 3.300 Wohnungen in den Wohnbauquartieren östlich und westlich der Aubinger Allee entstehen. Die übrigen Wohnungen sind in den oberen Geschossen der Gebäude in den Kerngebieten im Stadtteilzentrum und im Quartierszentrum vorgesehen. Es wird eine Bebauungsstruktur mit vier bis sechs Geschossen vorgegeben, die durch punktuelle Erhöhungen an markanten Stellen mit Einzelgebäuden wie auch dreigeschossigen Reihenhaustypologien vervollständigt wird.

Rund 50% der Wohnungen sollen im geförderten Wohnungsbau (EOF, München-Modell) entstehen, weitere 20% sind für den preisgedämpften Konzeptionellen Mietwohnungsbau (KMB) vorgesehen. Baugenossenschaften und Baugemeinschaften werden bei der Planung von 20-40% der Flächen berücksichtigt.

Der Bebauungsplan mit Grünordnung für Freiham Nord ist derzeit noch nicht veröffentlicht. Die Bekanntmachung wurde für Januar 2016 angekündigt.

Über die sogenannte In-House-Vergabe von Grundstücken an städtische Wohnbaugesellschaften hat der Stadtrat am 29. Juli 2015 in einer nicht öffentlichen Sitzung entschieden.

Über die Ausschreibung der übrigen Grundstücke hat der Stadtrat noch nicht entschieden. Es ist vorgesehen, dass der Stadtrat 2016 einen Beschluss zur Ausschreibung der KMB-Grundstücke trifft und 2016/2017 über die Ausschreibung der Grundstücke für Genossenschaften und Baugemeinschaften entscheidet. Nachdem der Stadtrat entschieden hat, benötigt das Referat für Stadtplanung und Bauordnung mehrere Monate zur Erstellung der Ausschreibungsunterlagen. Es ist damit zu rechnen, dass die Ausschreibung der Grundstücke etwa 6 Monate nach dem jeweiligen Stadtratsbeschluss erfolgt.

Weitere Informationen

Umfangreiche und aktuelle Informationen zu Freiham finden Sie auch auf der Internetseite Landeshauptstadt München – Freiham.

Der Satzungsbeschluss zum ersten Bauabschnitt vom Oktober 2015 mit Anlagen stehe im Rathausinformationssystem der Landeshauptstadt München zum download bereit.

Die Veröffentlichung des Bebauungsplans mit Grünordnung Nr. 2068 wurde für Januar 2016 angekündigt. Die Bekanntmachung wird über die Seite der Landeshauptstadt München erwartet. 

Die mitbauzentrale münchen informiert zu gegebener Zeit über die konkreten Rahmenbedingungen und Kriterien der Ausschreibung von Grundstücken für Baugemeinschaften und Genossenschaften.