Kreativquartier an der Dachauerstraße

Die Stadt München geht bei der Entwicklung des Kreativquartiers auf der Fläche der ehemaligen Luitpoldkaserne neue Wege: Nordwestlich der Münchner Innenstadt entsteht ein urbanes Stadtquartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Wissen, Kunst und Kultur eng miteinander verknüpft werden. Bestehende Nutzungen werden behutsam weiterentwickelt, um neue Impulse in die bestehende Stadt einzubringen und die bereits existierenden Potentiale vor Ort zu nutzen.

Planungsgebiet

Das 20 ha große Planungsgebiet liegt im 4. Stadtbezirk Schwabing-West und im 9. Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. Es wird im Westen durch die Dachauer Straße, im Norden durch die Schwere-Reiter-Straße und im Osten durch die Infanteriestraße bzw. Heßstraße begrenzt.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde das Planungsgebiet militärisch genutzt. Der Bereich zwischen Dachauer Straße und der heutigen Heßstraße war schon früh mit Remisen und Artilleriewerkstätten bebaut, die dort etwa bis zum Jahre 1920 untergebracht waren. In der Folgezeit wurde das Areal als Betriebs- und Gewerbehof städtischer Betriebe genutzt. Das Areal ist bisher überwiegend nicht oder nur unzureichend genutzt. Im Nordteil hat sich eine rege Kunst- und Kulturszene angesiedelt, die dem Ort eine eigenständige Prägung verleiht. 

Neben kulturellen, kreativwirtschaftlichen, sozialen und gewerblichen Nutzungen sind in vier Teilquartieren mindestens 820 Wohnungen, eine Grundschule, ein Hochschul-Neubau und öffentliche Grün- und Freiflächen vorgesehen. Die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle werden zukünftig das kulturelle und kreativwirtschaftliche Zentrum im Kreativpark bilden. Im nördlichen Teil hat sich eine lebendige Kunst- und Kulturszene etabliert, deren Potenzial aufgegriffen und zur Identitätsbildung des neuen Quartiers beitragen soll.

Laut Rahmenplan wird das Areal in die vier Bereiche Kreativpark, Kreativplattform, Kreativfeld und Kreativlabor unterteilt, die zwar miteinander vernetzt sind, aber unabhängig voneinander entwickelt werden können:

  • Kreativlabor: In dem Teilquartier am Leonrodplatz wird ein urbaner Nutzungsmix aus Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen, Soziales, Gewerbe und Einzelhandel in alten und neuen Gebäuden angestrebt. Entstehen sollen im ersten Schritt 79 Wohnungen - für weitere gibt es Potential - und ein Haus für Kinder. Zur Stärkung und Erweiterung des bestehenden Nahbereichszentrums am Leonrodplatz sieht der Rahmenplan im Kreativlabor einen neuen Einzelhandelsstandort vor - vor allem mit Waren des täglichen Bedarfs.

  • Kreativpark: Der zentrale öffentliche Raum des Quartiers verbindet die Heßstraße mit der Dachauer Straße. Hier befinden sich auch die denkmalgeschützten Industriebauten Jutier- und Tonnenhalle, die momentan leerstehen und künftig kulturell und kreativwirtschaftlich genutzt werden sollen. Südwestlich der Tonnenhalle ist ein Gründer- und Innovationszentrum geplant.

  • Kreativplattform: In dem südlichen Teilquartier wird die Hochschule für angewandte Wissenschaften um einen Campus Nord erweitert. Außerdem entstehen neue Gebäude mit etwa 395 Wohnungen und ein Haus für Kinder.

  • Kreativfeld: grüner Wohn-, Arbeits- und Grundschulstandort - auf dem Areal der ehemaligen Luitpoldkaserne sollen neben zirka 325 Wohnungen eine Grundschule und ein Haus für Kinder entstehen.

Geplante Nutzungen

  • ca. 20 Hektar Planungsareal
  • mindestens 800 Wohneinheiten
  • Grundschule mit 3-fach Sporthalle
  • drei Kinderhäuser
  • ca. 770 Arbeitsplätze
  • 3.000 m² Geschoßfläche Einzelhandel um den Leonrodplatz
  • 25.000 m² Geschoßfläche Hochschulerweiterung „Campus Nord“
  • 1.600 m² Geschoßfläche für zusätzliche kulturelle und kreativwirtschaftliche Nutzungen im Bereich der denkmalgeschützen Hallen
  • Öffentliche und private Freiflächen

Planungsstand

2011/2012 fand ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb für das zirka 20 Hektar große Gesamtquartier statt. Der erste Preisträger Teleinternetcafé mit den Landschaftsarchitekten TH Treibhaus wurde beauftragt, 2013/2014 einen Rahmenplan auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses zu erarbeiten.

Für das Teilquartier Kreativfeld hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrates im Dezember 2016 den Billigungs- und vorbehaltlichen Satzungsbeschluss gefasst. Der Bebauungsplan ist am 20. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Vergabe der Grundstücke ist in Vorbereitung. Die Grundstücke für Baugemeinschaften und Genossenschaften werden voraussichtlich Mitte 2018 ausgeschrieben.

Hinweise zur Grundstücksausschreibung für interessierte Gruppen:
Rechtzeitig vor der geplanten Ausschreibung wird die mitbauzentrale zu einer Infoveranstaltung einladen und über mögliche Grundstücke und Vergabekriterien informieren. Bitte halten sie sich über unseren Newsletter auf dem Laufenden.

Weitere Informationen

umfangreiche aktuelle Informationen zum Kreativquartier finden Sie auf der Internetseite der Landeshauptstadt München