Rückschau mitbau IMPULS 28.1.26: Wohnungstausch dank Veränderungskonferenz
Der mitbau IMPULS „Veränderungskonferenz“ stieß bundesweit auf großes Interesse. Rund 30 Teilnehmer:innen nahmen an der Vorstellung teil, für die die mitbauzentrale Marianne Gadient von der Schweizer Wohnbaugenossenschaft Kraftwerk1 eingeladen hatte.
Das mit dem „Innovationspreis“ prämierte Konzept praktiziert die Genossenschaft Kraftwerk1 seit 2013. Marianne Gadient stellte das Prinzip, das Regelwerk und die Abläufe der Veränderungskonferenz (Väk) vor und beantwortete unsere Fragen.
Lebensumstände und Wohnbedürfnisse verändern sich
Menschen brauchen mal mehr, mal weniger Platz. Damit ihre Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb ihres Quartiers wohnen bleiben können, hat die Schweizer Wohnbaugenossenschaft Kraftwerk1 die „Veränderungskonferenz (Väk)“ ins Leben gerufen, die mehreren Parteien zu einer besser passenden Wohnung verhelfen kann: Die Nachbarn, die an einem Wohnungswechsel interessiert sind, treffen sich und legen ihre Bedürfnisse auf den Tisch. Begleitet von einer externen Moderation wird diskutiert, und in einem partizipativen Prozess werden mögliche Rochaden ausgearbeitet.
Der Ablauf der Veränderungskonferenz ist klar strukturiert
Zunächst fragt die Geschäftsstelle, wer Interesse an einer Veränderungskonferenz hat. Der Vorstand entscheidet anschließend, ob diese durchgeführt wird. Bei Zustimmung legt die Geschäftsstelle den Termin fest und organisiert eine externe Moderation.
Beim ersten Treffen stellen alle Teilnehmenden ihre aktuelle Wohnsituation sowie ihre Wünsche und Veränderungsbedarfe vor. In den darauffolgenden zwei Wochen werden die infrage kommenden Wohnungen besichtigt. Danach findet ein weiteres Treffen statt, an dem nur noch jene teilnehmen, für die eine Veränderung weiterhin realistisch ist. Gemeinsam werden mögliche Wohnungswechsel erarbeitet.
Die finale Entscheidung darüber, welche Variante umgesetzt wird, trifft die Vermietungskommission der Genossenschaft. Ziel ist es stets, möglichst viele passende Veränderungen zu ermöglichen.
Im Anschluss erarbeitet die Geschäftsstelle eine Umzugslogistik. Dabei wurden sehr gute Erfahrungen mit gegenseitiger Unterstützung innerhalb der Bewohnerschaft gemacht. In einzelnen Fällen wird ein Container zur Zwischenlagerung von Möbeln und Gegenständen angemietet. Für Zeiträume, in denen keine Wohnung belegt wird, fällt keine Miete an.
Über das Kraftwerk1
Die Genossenschaft Kraftwerk1 umfasst drei Siedlungen mit jeweils 26 bis 123 Wohnungen, die zwischen 2001 und 2015 bezogen wurden. Die Veränderungskonferenz wurde von den Bewohner:innen selbst angeregt und wird von Mitarbeiter:innen der Genossenschaft organisiert. Die Regeln und Abläufe der Veränderungskonferenz werden gemeinschaftlich entwickelt und kontinuierlich weitergeschrieben.
Das Fazit von Kraftwerk1 fällt eindeutig aus:
„Ein Aufwand, der sich lohnt.“ – insbesondere im Hinblick auf das lebendige und solidarische Siedlungsleben.
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