Rückschau: PlanTreff on Tour

Am 25. Februar 2026 fand im Kulturzentrum LUISE die dritte Veranstaltung der Reihe „Plantreff On Tour“ statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Quartiere lebenswert“ – mit dem Fokus darauf, wie bezahlbares Wohnen und starke Quartiere in München gelingen können. Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk begrüßte die Gäste und unterstrich die hohe Bedeutung und Aktualität des Themas für München.

Den Impulsvortrag hielt Jacqueline Charlier (ehemals Stellvertreterin von Frau Merk, heute Staatsrätin der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen). In ihrem aufmunternden Beitrag skizzierte sie, welche Hebel Hamburg nutzt, um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Zentrales Element war der "Hamburg-Standard – Innovation für kosteneffizientes und nachhaltiges Bauen": ein praxisnahes Instrumentarium mit dem Ziel, Wohnbaukosten zu senken – perspektivisch um rund 1.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Dazu gehört ein konkreter Katalog, der für verschiedene Bauteile und Entscheidungen Einsparpotenziale aufzeigt. Der Hamburg-Standard wurde mit einer großen Kommission (rund 200 Personen) aus unterschiedlichen Akteursgruppen erarbeitet (u. a. Bauträger, Verwaltung, Architekt:innen) und soll nun schrittweise in ersten Projekten angewendet werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf behördliche Abläufe: Ein erheblicher Teil der Einsparpotenziale wird nicht nur im Bauen selbst, sondern ebenso in Prozessvereinfachungen und Beschleunigungen gesehen. Charlier stellte außerdem den „Bauturbo“ als möglichen Baustein für schnellere Verfahren vor und verwies auf den Gebäudetyp E. Dabei betonte sie, dass in Bayern aktuell 19 Pilotprojekte als Gebäudetyp E erprobt werden – und dass sie diese Praxiserfahrungen als sehr wertvolle Ergänzung zum zunächst eher konzeptionellen Hamburg-Standard sieht, gerade mit Blick auf einen künftigen Austausch und gegenseitiges Lernen.

Im Anschluss diskutierten Gero Bergmann (Vorstand BayernLB), Jacqueline Charlier, Birgit Eckert-Gmell (Vorständin der Vereinigung der Münchner Wohnungsunternehmen und Vorstand IGW) sowie Melanie Hammer (Geschäftsführerin der BHB-Unternehmensgruppe) darüber, wie bezahlbarer Wohnraum und qualitativ gute Quartiere in München möglich bleiben. Die Runde war sachlich, konstruktiv und gleichzeitig sehr greifbar: Herausforderungen wurden klar benannt, aber es wurden auch Ansatzpunkte sichtbar, wo Veränderungen an Standards, Abläufen und Rahmenbedingungen ansetzen könnten.

In der Summe wirkte der Abend trotz der vielen Herausforderungen und Komplexität des Themas ermutigend: Man ging mit dem Gefühl heraus, dass es sich lohnt, Dinge neu zu sortieren, Prioritäten zu prüfen und pragmatische Lösungen zu suchen. Wenn Hamburg mit einem klaren Standard und dem Blick auf Prozesse arbeitet, könnte es auch für München sinnvoll sein, über etwas Ähnliches nachzudenken – eine Art „München-Standard“ oder „München-Methode“, die nicht nur Baustandards, sondern ebenso konsequent städtische Prozesse in den Blick nimmt.

ON TOUR. Zukunft findet Stadt – Landeshauptstadt München

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