Rückschau: Tag der offenen Wohnprojekte in München und im Umland

Genossenschaften, Miet- und Baugemeinschaften öffneten am 4. Juli ihre Türen

Am 4. Juli 2026 nutzten zahlreiche Münchnerinnen und Münchner die Gelegenheit, 32 gemeinschaftliche Wohnprojekte in München und der Region zu besichtigen. In Stadtquartieren wie dem Prinz-Eugen-Park, Freiham und Riem zogen die Besucherinnen und Besucher von Projekt zu Projekt, kamen miteinander ins Gespräch und tauschten sich über ihre eigenen Wohnvorstellungen und -pläne aus.

Gelebte Nachbarschaft bei der Progeno eG in Freiham

Rund 50 Besucher:innen kamen zur Führung bei der Progeno eG in Freiham. Drei Bewohner:innen sowie Vorständin Felizitas Mussenbrock-Strauß gaben Einblicke in das gemeinschaftliche Wohnprojekt und führten durch die Häuser mit ihren großzügigen Gemeinschaftsräumen. Die Häuser mit ihren geförderten Wohnungen werden von den Bewohner:innen selbst verwaltet. In verschiedenen Arbeitsgruppen übernehmen sie Verantwortung für die gemeinschaftlich genutzten Bereich, darunter die hervorragend ausgestattete Werkstatt und die Bibliothek im Gemeinschaftsraum. Im Anschluss an die Führung blieb bei kleinen Snacks noch Zeit für persönliche Gespräche und einen regen Austausch.

Führung durch das berühmte Wabenhaus

Im „Wabenhaus“ der Genossenschaft WOGENO in Riem gab Joris Einblicke in die Vor- und Nachteile seines Lebens in einem Cluster. Für ihn ist diese Wohnform ideal für seine aktuelle Lebensphase während der Promotion. Sein wabenförmiges Zimmer mit zum Teil schrägem Boden und schrägen Decken ist bereits mit speziell dafür vorgesehenen Möbeln ausgestattet. Er musste diese nicht selbst anschaffen und kann sie beim Auszug einfach zurücklassen. Die ebenfalls vollständig eingerichtete Gemeinschaftsküche bietet Platz, um Freunde einzuladen. Auf der Dachterrasse genießt er den Blick auf die Alpen und über die Dächer Münchens. Sein Cluster besteht aus elf Einzelzimmern, deren Bewohnerinnen und Bewohner sich eine gemeinsame Küche teilen. Um diese zu erreichen, muss jedoch jedes Mal das Treppenhaus durchquert werden. Da die Türen aus Brandschutzgründen mit “Obentürschließern” ausgestattet sind, besteht die Möglichkeit, sich sogar zweimal auszusperren – einmal beim Verlassen des Zimmers und ein weiteres Mal auf dem Rückweg von der Küche.

Einblicke in selbstverwaltetes Wohnen in der Baugemeinschaft

Eine ganz andere Lebenssituation schilderte Henrike Zock, die mit ihrer Familie in den „Solarreihenhäusern“ der Messestadt lebt. Heute kaum noch vorstellbar: Die Baugemeinschaft hatte bei der Gründung im Jahr 2008 Probleme Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden. Wer mitmachen wollte, musste Mut mitbringen, denn die Häuser wurden nicht „von der Stange“ gekauft, sondern gemeinsam entwickelt. Wie in Baugemeinschaften üblich, wurde intensiv diskutiert, geplant und entschieden.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Solarreihenhäuser zählen zu den architektonischen Besonderheiten der Messestadt. Im lichtdurchfluteten Erdgeschoss befinden sich Küche und Wohnbereich, während in den Obergeschossen die Schlafräume untergebracht sind. Zwei Patios im Dachgeschoss sorgen für zusätzliches Tageslicht und bringen insbesondere im Winter Sonne aus südlicher Richtung in das Gebäude.
Die intensive gemeinsame Planungs- und Bauphase hat die Eigentümerinnen und Eigentümer der 24 Wohneinheiten eng zusammengeschweißt. Bis heute organisieren sie viele Aufgaben gemeinschaftlich – von der Beschaffung der Pellets bis zur Nebenkostenabrechnung. Für die Zukunft denken einige bereits darüber nach, ihre Häuser an die nächste Generation zu übergeben und selbst gemeinsam nach einer neuen Wohnform zu suchen.

Neue Perspektiven für das Wohnen von morgen

Der Tag der offenen Wohnprojekte machte eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig gemeinschaftliches Wohnen heute gelebt wird – von der Wohngemeinschaft im Cluster bis zur generationsübergreifenden Baugemeinschaft – und bot vielen Besucherinnen und Besuchern wertvolle Anregungen für ihre eigenen Wohnperspektiven.

Das war das Programm

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