Rückschau: Vernetzungstag am 26.9.2026

Die mitbauzentrale beim Vernetzungstag in Frankfurt

„Der schönste Raum gehört der Gemeinschaft“ – unter diesem Titel stand in diesem Jahr der Vernetzungstag des Netzwerks Frankfurt am 26.09.2026. Die mitbauzentrale war eingeladen, einen Impuls aus München beizusteuern.

Gemeinschaftliches Wohnen als Aufgabe der Stadtentwicklung

In Frankfurt werden in den kommenden Jahren neue Baugebiete entwickelt. Ein Stadtratsbeschluss sieht vor, 15 Prozent der Flächen für gemeinschaftliches Wohnen vorzusehen. Eine Situation, die an München vor gut zehn Jahren erinnert: Auch hier stellte sich 2012 die Frage, wie die ambitionierten Ziele für gemeinschaftsorientiertes Wohnen umgesetzt werden können und vor allem: Wer soll diese Projekte entwickeln und bauen?

In München war die Antwort unter anderem die mitbauzentrale. Sie nahm 2014 ihre Beratungstätigkeit auf und unterstützt seitdem Menschen und Initiativen auf dem Weg zum gemeinschaftlichen Wohnprojekt. In dieser Zeit sind rund 20 neue Genossenschaften entstanden. Acht von ihnen haben inzwischen ihr erstes Haus realisiert oder befinden sich im Bau, einige sind bereits an weiteren Projekten beteiligt.

Was München aus zehn Jahren Erfahrung mitbringt

In ihrem Impuls stellte Anne Krins eine Auswahl Münchner Genossenschaften und die unterschiedlichen Motive ihrer Gründung vor. Dabei wurde deutlich: Gemeinschaftliche Wohnprojekte schaffen nicht nur neuen Wohnraum. Sie können auch Impulse für die Entwicklung ganzer Quartiere geben.

So haben sich Münchner Genossenschaften unter anderem für gemischt geförderte Wohnhäuser, innovative Mobilitätskonzepte und eine Reduzierung von Stellplätzen eingesetzt. Sie schaffen lebendige Quartiere mit Gewerbe und gemeinschaftlich genutzten Räumen in den Erdgeschossen, erproben nachhaltige Bauweisen und entwickeln flexible, innovative Grundrisse, die durch geteilte Räume neue Möglichkeiten des Wohnens eröffnen.

Damit solche Projekte entstehen können, braucht es vor allem drei Dinge: engagierte Menschen, geeignete Grundstücke und verlässliche Förderbedingungen, mit denen bezahlbarer Wohnraum tatsächlich umgesetzt werden kann.

Gemeinschaft braucht Raum – und gute Rahmenbedingungen

In Frankfurt gibt es dafür bereits gute Ansätze: Der Dezernent für Planen und Wohnen, Markus Gwechenberger, verwies unter anderem auf einen Erbpachtzins von einem Prozent und vergünstigte Darlehen. Gute Voraussetzungen also, damit gemeinschaftliches Wohnen auch in Frankfurt wachsen kann.
Die Münchner Erfahrung zeigt: Wer Gemeinschaft ermöglichen will, muss nicht nur Flächen bereitstellen – sondern auch die Menschen unterstützen, die sie mit Leben füllen.

Fotos: David Wedmann

Zurück

nach oben↑