Rückschau Wohnbundtagung am 18.11.2022

Klimaherbst 8×8 Minuten: Ein Slam der guten Ideen

Klimaschutz und Klimaneutralität beim Wohnen – Herausforderungen und Strategien


Die Tagung der mitbauzentrale münchen und des wohnbund e.V. fand am 18.11.2022 in München statt. Aus der ganzen Republik waren Fachleute und Vertreter:innen von Genossenschaften und Initiativen angereist. Mit dem „Lihotzky“ im Projekt „wagnis ART“ hatte das Vorbereitungsteam einen geeigneten Veranstaltungsort gefunden. Die Teilnehmer:innen wurden bestens versorgt durch das genossenschaftlich organisierte „Gasthaus Domagk“.  

Den Auftakt der Veranstaltung machte Prof. Michael Prytulla (FH Potsdam) mit einem Vortrag über „Klimaschutz beim Wohnen“. Er gab einen Einblick in die aktuellen CO2 Emissionen.

Im Anschluss hielt Dr. Daniel Fuhrhop einen Vortrag mit dem Titel „Weniger bauen, mehr wohnen: soziale Alternativen für Wohnraum.“ Er thematisierte den „unsichtbaren Wohnraum“. Eindrucksvolle Grafiken zeigten das Wachstum der Bevölkerung im Verhältnis zu den benötigten neuen Wohnungen (laut Bundesregierung 400.000 Wohnungen pro Jahr). Er kommt zu dem Schluss, dass laut dieser Statistik genug Flächen vorhanden sein müssten und sogenannte „unsichtbare Flächen“ verschwunden sind. Um diese zu aktivieren, stellt er drei Programme mit unterschiedlichen Ansätzen vor, die dazu anregen sollen, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen. Die Möglichkeiten wären: Untermieter:innen kostenfrei gegen Hilfe einziehen zu lassen, das Haus umzubauen damit weitere Parteien unabhängig darin wohnen können sowie eine zielgerichtete Vermittlung von Bestandshäusern an wohnungssuchende Familien. Denn der Neubau kostet CO2 Emissionen und anders nutzbare Fläche.

Nach den beiden Vorträgen fanden vier Workshops zu unterschiedlichen Themen rund um nachhaltiges Wohnen statt. Die Teilnehmer:innen verteilten sich in die Gemeinschaftsräume der umliegenden Wohnprojekte und diskutierten dort in kleineren Runden.  

Die anschließende Abschlussdiskussion war mit Stadtbaurätin Prof. Elisabeth Merk und Dr. Heiler aus vom Präsidium der Architektenkammer hochkarätig besetzt. Frau Prof. Merk forderte eine Bodenrechtsreform. „Bei allen Bodenrichtwerten sollte eine 0 stehen“, so Merk. Dieses Anliegen hat sie nach eigenen Angaben auch schon beim Bundeskanzler vorgetragen. Denn in München, aber auch in schrumpfenden Städten stehen die Bodenrichtwerte im Weg, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und diesem Grundbedürfnis gerecht zu werden.   

Danach gab es für die Teilnehmer:innen Gelegenheit zum Austausch. Es wurde eifrig diskutiert über die verschiedenen Ansätze der Gemeinden, Städte und Länder zu bezahlbarem und gemeinschaftlichem Wohnen in der Republik.  

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